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Viele
beklagen sich, daß die Worte der Weisen immer wieder nur Gleichnisse
seien, aber unverwendbar im täglichen Leben, und nur dieses allein
haben wir. Wenn der Weise sagt: 'gehe hinüber', so meint er nicht,
daß man auf die andere Seite hinübergehen solle, was man immerhin
noch leisten könnte, wenn das Ergebnis des Weges wert wäre, sondern
er meint irgendein sagenhaftes Drüben, etwas, das wir nicht kennen,
das auch von ihm nicht näher zu bezeichnen ist und das uns also
hier gar nichts helfen kann. - Alle diese Gleichnisse wollen eigentlich
nur sagen, dass das Unfaßbare unfaßbar ist, und das haben wir gewußt.
- Aber das, womit wir uns jeden Tag abmühen, sind andere Dinge.
Darauf
sagte einer: 'Warum wehrt ihr euch? Würdet ihr den Gleichnissen
folgen, dann wäret ihr selbst Gleichnisse geworden und damit schon
von der täglichen Mühe frei.' Ein anderer sagte: 'Ich wette, dass
auch das ein Gleichnis ist.' Der Erste sagte: 'Du hast gewonnen.'
Der Zweite: 'Aber leider nur im Gleichnis.' Der Erste sagte: 'Nein,
in Wirklichkeit; im Gleichnis hast du verloren.'
(Franz Kafka)
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